Motorräder der Pantherwerke

Bilder werden exemplarisch zu einem späteren Zeitpunkt eingestellt

Motorräder wurden schon von den beiden Ausgangsfirmen der Pantherwerke in den Katalogen vor 1907 angeboten. Eins, welches in Magdeburg gebaut wurde, steht in einem Museum. Von anderen gibt es Anzeigenbilder aus der damaligen Zeit. 

 

Vorkriegsmotorräder

1932 begannen die Pantherwerke, basierend auf verstärkten Fahrradrahmen, erneut motorisierte Zweiräder zu produzieren. Fichtel & Sachs bot einen 74ccm Motor in einem Paket mit Auspuff, Tank, Naben und Betätigungshebeln an. So entstanden wie bei vielen Firmen auch bei Panther die sogenannten Motorfahrräder. 

Im Laufe der Zeit mauserten sich diese simplen Fahrzeuge zu den im Volksmund sogenannten 98ern, die geradezu eine Massenmotorisierung anregten. Diese Fahrzeuge bot Panther bis in den Krieg hinein an. 

Wesentliches Merkmal dieser Vorkriegsfahrzeuge war der Einrohrrahmen, d. h. der vordere Unterzug - die Verbindung vom Steuerkopf unter dem Motor zum Tretlager und weiter bis zum Ansatz der Hinterradgabel - bestand aus einem dickwandigen Rohr.  Die Tretkette wurde wie beim Fahrrad über Kettenspanner gespannt. Die Motorkette wurde durch Kippen des Motors um die untere Motorhalterung gespannt. 

Als Gabeln wurden anfänglich eine Ideal-Pendelgabel angeboten. Ab 1934 wurde diese durch die Hecker-Pendelgabel abgelöst. In der Zweiten Hälfte der 30er Jahre wurde dann zunehmend die Tiger - Trapezfedergabel verwendet. 

Zu allen Zeiten gab es neben den sogenannten Herrenmodellen auch immer ein ausgesprochenes Damenmodell mit tieferem Durchstieg und ein Transportmotorfahrrad.

Auf Anweisung der Regierung entwickelte F&S 1937/38 einen neuen Einbaumotor mit geringem Verbrauch und noch einfacherem Einbau in ein fahrradähnliches Fahrzeug. Diese Saxonette wurde auch von Panther in nicht genau bekannten Stückzahlen produziert. 

Modell

Motor  Sachs ccm

Baujahre

Literatur

Herren-Motor-Fahrrad

74

1931 - 1932

Panther Prospekt 1931

Damen-Motor-Fahrrad

74

1931 - 1932

Panther Prospekt 1931

Transport- und Gepäck-Motor-Fahrrad

74

1931 - 1932

Panther Prospekt 1931

Nr. 5, Herren-Motor-Fahrrad

74

1932 - 1934

Panther Prospekt 1932, 33, 34

Nr. 6 / L, Sportmodell

74

1932 - 1934

Panther Prospekt 1932, 33, 34

Nr. 7, Damen-Motor-Fahrrad

74

1932 - 1934

Panther Prospekt 1932, 33, 34

Nr. 8, Transport- und Gepäckrad

74

1932 - 1934

Panther Prospekt 1932, 33, 34

Modell 3T, 3T-A, Herrenmodell

98

1936 - 1938

Panther Prospekt 1936, 1937, 1938

Modell 4 T, Herrenmodell

98

1935

Panther Prospekt 1935

Modell 5, Herrenmodell

98

1935

Panther Prospekt 1935

Modell 6, Herrenmodell

98

1935, 1936

Panther Prospekt 1935, 1936

Modell 6/L, Sportmodell

98

1935, 1936

Panther Prospekt 1935, 1936

Modell 7, Transport- und Gepäckrad

98

1935

Panther Prospekt 1935

Modell 8, 8T, 8T-A, Damenmodell

98

1935 - 1938

Panther Prospekt 1935, 1936, 1937, 1938

Panther 15, Herrenmodell

98

1937 - 1938

Panther Prospekt 1937, 1938

Panther 16, Herrenrahmen

98

1937 - 1938

Panther Prospekt 1937, 1938

Panther 18, Herrenrahmen

98

 

Panther Prospekt 1940

Panther 18 D, Damenrahmen

98

 

Panther Prospekt 1940

Panther - Saxonette, Modell 10, Herrenfahrradrahmen

60

1940

Panther Prospekt 1938, 1940

Panther - Saxonette, Modell 10 D, Damenfahrradrahmen

60

1940

Panther Prospekt 1940

Panther - Saxonette, Modell 20, Sport - Saxonette

60

1940

Panther Prospekt 1940

Panther K 40, Herrenrahmen

98

1938

Panther Prospekt 1938

Panther K 100, Herrenrahmen

98

1940

Panther Prospekt 1940

Panther K 125, Herrenrahmen

98

1940

Panther Prospekt 1940

 

Nachkriegsmotorräder

Nach dem Krieg begann man bei Panther mit den Modellen, die vor dem Krieg auch schon gebaut wurden. Allerdings wurde nun ein neuer Rahmen verwendet, ein Rahmen mit doppeltem vorderen Unterzug. Diesen Rahmen hatte man vor dem Krieg für die allerletzten Modell K10 und K125 entwickelt. Bei diesem Rahmen wurde der Motor unverrückbar eingebaut und die Motorkette wurde mittels Kettenspanner am Hinterrad gespannt. Die Tretkette, deren Verwendung außer zum Antreten durch die Verlässlichkeit des Motors stark in den Hintergrund getreten war, wurde durch Verschieben der Tretlagerlagerung erreicht. Diese war in einer Pratze untergebracht, die sich an dem doppelten Unterzug abstütze und damit auch vor Verdrehen gesichert war.

Neben den Motorfahrrädern und später Motorrädern mit 98 respektive 100 ccm wurden ab 1951 Motorräder  mit 150 und 175 ccm Motor von F&S gebaut. Man baute im Stiel der Zeit. 1955 brachte man mit der 175 S sogar ein Modell mit Schwinge hinten und der bis dahin bei diesen Modellen obligatorischen Tiger-Vorderradgabel heraus. Insgesamt waren alle Kräder gute Konfektionsmotorräder. Meist waren sie mit Naben von F&S ausgestattet. Die KS 150, 151 und 152 sowie die KS 175 und die KS 176  hatten einen Rahmen mit Jurisch- Gradweg-

federung. Kettenabdeckung respektive Kettenkasten waren obligatorisch. 

1950, dem Zeitgeschmack gehorchend, wurde der Prototyp eines Rollers vorgestellt. Zu einer Serienproduktion kam es jedoch nicht.

Bei den Motoren verwendete Panther bis auf wenige Ausnahmen in den Jahren 1949 und 1950 F&S-Triebwerke. Bei den heute erhaltenen Fahrzeugen sind solche  mit Ilo-Motoren die Ausnahme.  

 

Modell

 Motor ccm

Baujahre

Literatur

TS 98

Sachs  M 50 (Famo98)

1948 - 1957

1) Panther Händlerkatalog 1956
2) Rönicke, Frank, Deutsche Motorräder 1945 – 1960, Motorbuchverlag 2005
3) Prospekt

TJ 98

Ilo 98

1949 - 1950

2), 3)

KJ 125

Ilo 125

1949 - 1950

2)

KS 98

Sachs, M 50 K, 98

1951 - 1952

2), 3)

KS 99

Sachs, 98

1953 – 1955

2)

KS 101

Sachs, 98

1956 - 1957

1),  2)

KS 150

Sachs,   SM 51 150

1951 – 1952

Prospekt, 1), 2)

KS 151

Sachs,  150

1953 – 1957

Prospekt, 2)

KS 152

Sachs, 150

1953 - 1958

Prospekt, 1), 2)

KS 175

Sachs,  175

1953 – 1957

Prospekt

KS 176

Sachs, 175

1953 – 1959

Prospekt

KS 175 S

Sachs,  175

1955 - 1959

Prospekt

Panther Karat

Sachs,  147

1950

Prospekt, Das Motorrad 1951, S. 676

 

Mopeds aus Braunschweig

Auch wenn das Panther Baby eigentlich ein Fahrradhilfsmotor ist, wird es hier bei den Mopeds eingereiht. Als Lizenzproduktion von Berini bot Panther diesen Motor solo aber angebaut an ein Fahrzeug an. Als Reibrollenmotor mit hängendem Zylinder und auf dem Motor aufgebauten Tank ist dieses  Aggregat eine kompakte Einheit.

Das erste richtige Moped war 1953 die Bobby 1. Fahrradähnlicher Rahmen mit tiefem Durchstieg wie bei einem Damenrad und Ideal-Federpendelgabel, 26 x2,00 Bereifung und 2-Gang F&S-Motor war eine Technologie, die im mittleren Komfortsegment angesiedelt war. Wollte der Kunde einen Ilo-Motor haben, so bot Panther diesen mit der Bobby 2 an. Versuche mit dem damaligen Einbaumotor von Zündapp trugen ebenfalls den Versuchsnamen Bobby 2, hatten aber einen  sogenannten Rahmentank. Von diesem Typ sind nur wenige verkauft worden. 

Die Bobby 3 war eine Weiterentwicklung der Bobby 1 mit 24 Zoll Bereifung. Die Gabel wurde ebenfalls zeitgemäß angepasst durch eine entsprechende mit geschobener Kurzschwinge von Ideal. 

Mit der Bobby 4 versuchte Panther mit dem hierbei verwendeten stärkeren Ilo-Motor und einem vollgefederten Rahmen dem Kunden ein visionäres Fahrzeug anzubieten. Ähnlich wie bei der Bobby 6 hatte der Rahmen einen zentralen Motorträger aus Aluminiumguss. Allerdings ging Panther bei der Bobby 6 wieder zu F&S-Motoren zurück. 

Mit der Bobby 5 antwortete man auf die Heinkel Perle und machte deutlich, dass man auf der Höhe der Zeit war.

Mit der Bobby  8 wurde ein neuer Rahmen eingeführt. Das Moped hatte sich in Richtung Kleinkraftrad entwickelt. Dieses Fahrzeug gab es als "Luxus"-Ausführung, bei dem eine Sitzbank montiert war. Als Motoren standen sowohl der alte, bewährte 2-Gang Motor als auch der 3-Gang Motor zur Verfügung. 

Alle späteren Modelle verwendeten jetzt den neuen Rahmen. Dem Zeitgeschmack folgend wurde vorne eine geschobene Langschwinge eingesetzt. Motorisiert wurden alle mit F&S-3-Gang Motoren . Die Bobby 10 wurde als Sportmoped im italienischen Design gebaut. Die B 9 bekam den starken Motor mit 3,2 PS und war damit autobahntauglich. 

 

Modell

Motor

Baujahre

Literatur

Baby

Berini

1950 - 1953

Prospekt

Bobby 1

Sachs

1953 -1954

Prospekt

Bobby 2

Ilo, Zündapp

1953 - 1954

Prospekt

Bobby 3

Sachs

1954 - 1955

Prospekt

Bobby 4, „Klein-Motorrad"

Ilo

1954 - 1955

Prospekt

Bobby 5

Sachs

1955

Prospekt

Bobby 6

Sachs 50 ccm, 2 Gang

1955 - 1958

Prospekt

B 8 Standard

Sachs

1957 -1960

Prospekt

B 8 Luxus

Sachs

1957 – 1960

Prospekt

B 9

Sachs

1958 - 1962

Prospekt

B 10

Sachs

1059 - 1961

Prospekt

K 9, Kleinkraftrad

Sachs 50 ccm, 3 Gang

1060 – 1962

Prospekt

M 60

Sachs 50 ccm, 2 Gang

1960 - 1962

Prospekt

 

Mopeds aus Bielefeld

Es gibt ein Prospekt über die in der folgenden Tabelle zusammengestellten Mopeds. Wie viele aber von welchem Typ gebaut wurden, ist nicht bekannt. Sie entsprachen im Design dem Zeitgeschmack. 

Modell

Motor

Baujahre

Literatur

Panther Saxonette – Moped Modell 501 AM

Sachs 50 ccm, Automatik

1965

Prospekt

Panther-Moped Modell 542

Sachs 50 ccm, 2 Gang

1965

Prospekt

Panther-Mokick Modell 543 LKF

Sachs 50 ccm, 3 Gang

1965

Prospekt

Panther-Mokick Modell 545 LKF

Sachs 50 ccm, 3 Gang

1965

Prospekt

Panther Kleinkraftrad Modell 650 S9

Sachs 50 ccm, 5 Gang

1965

Prospekt